Ev. Melanchthongemeinde Griesheim
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Der Griesheimer Seelsorger will sich verändern und neue Perspektiven finden

Von Gudrun Hausl

Völlig überraschend hat Pfarrer Konrad Rampelt (61) angekündigt, seine Pfarrstelle in der Melanchthongemeinde zum 1. Oktober zurückzugeben, um neue Ziele zu verfolgen. Damit vollzieht er einen Schritt, der für ihn vor einem Jahr noch undenkbar war. Er habe in den vergangenen Monaten viel nachgedacht und sei zu der Erkenntnis gekommen, sich zu verändern, um neue Perspektiven zu suchen und zu finden, schrieb er nun an Pröpstin Karin Held, Dekan Arno Allmann und den Kirchenvorstand. „Die Corona-Pandemie veränderte unser Leben. In den Anfängen dieser Krise erlebte ich zusätzlich eine Erkrankung, die mein Leben von einem auf den anderen Tag veränderte. Ich änderte meine Lebensweise und den Lebensstil. Dabei reifte die Entscheidung, dass ich mich auch beruflich verändern muss“, macht er seine Entscheidung deutlich. Durch schmerzliche Erfahrungen sei er empfindsamer geworden, für ihn ein „Instrument“, bestimmte Dinge neu zu sehen. Entspannt blickt er auf seine berufliche Zukunft, die derzeit noch völlig offen ist. Die breite Basis seiner Ausbildung ermöglicht ihm neben einem Wechsel in eine andere Kirchengemeinde auch die Arbeit in der Propstei, in der Beratung oder in der Seelsorge. „Gedanklich bin ich schon im Gehen und doch spüre ich, was ich alles vermissen werde“, gesteht er.

Konrad Rampelt 2020

Nach 27 Jahren mit viel schönen persönlichen Erfahrungen verabschiede er sich als gereifter Seelsorger dankbar von der Melanchthongemeinde. „Da ich ein kontaktfreudiger Mensch bin, konnte ich immer wieder spüren, wie diese Gabe meinen Beruf als Pfarrer bereichert“, meint er rückblickend. „Natürlich gab es auch schmerzliche Erfahrungen in meinem pastoralen Dienst, im Personalbereich und bei besonders schweren Trauerfällen“, ergänzt er.

Mit all diesen Erfahrungen werde sein „Nostalgie-Konto“ gut gefüllt sein, dass er ein Leben lang davon zehren könne. Ob als Pfarrer, als Mensch oder als Sportkamerad, Konrad Rampelt war und ist stets authentisch, lässt sich nicht verbiegen und scheut nach eigenem Bekunden auch keinen Streit. Das persönliche Gespräch, die Kontaktpflege und die Auseinandersetzung mit Gott sind die Leitmotive in seinem pastoralen Dienst. „Das Leben im Geiste Jesu Christi ist ein freies und verantwortungsvolles Leben, das sehr viel Energie freisetzt“, verdeutlicht er. Besonders bei seinem Herzensanliegen, dem Bau des Glockenturms, mit den dazugehörigen Benefizveranstaltungen, sei diese Energie für viele Menschen in Griesheim spürbar geworden, dessen ist er sich sicher.

Konrad Rampelt wurde am 10. September 1986 in Hermannstadt in Siebenbürgen ordiniert, war danach sechs Jahre Pfarrer in Kleinschenk und Mediasch tätig und ist seit 1. Februar 1993 in der Melanchthongemeinde für den südlichen Stadtteil zuständig.

Mit der geplanten Verabschiedung am 27. September um 15.00 Uhr mit Gottesdienst und Empfang in der Hegelsberghalle, schließt sich der Kreis in diesem pastoralen Dienst.

Was auch immer die Zukunft für ihn bereit hält, Konrad Rampelt wird weiterhin mit seiner Frau Maria in Griesheim wohnen und „aus der anfangs geschilderten Krise versuchen, die neue Chance, die sich darin verbirgt, wahrzunehmen“.

Die Pfarrstelle Griesheim Süd neu zu besetzen sei das Anliegen des Kirchenvorstandes. Ob das auch der Fall sein wird, vermag der scheidende Pfarrer nicht zu beurteilen.

                                                                                                         

 

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