Ev. Melanchthongemeinde Griesheim
- Herzlich Willkommen

Persönliche Entwicklungen führten zu einer Neuorientierung des Lebens.

Die Nachricht schlug ein wie ein Blitz aus heiterem Himmel:  Pfarrer Konrad Rampelt verlässt die Melanchthongemeinde!  Was für den 61jährigen   Geistlichen   vor   einem   Jahr noch als völlig undenkbar galt, bewirkten in den letzten Monaten    drastische    Veränderungen   in   seinem   Leben.   Eine       Erkrankung, die Belastungen der  Corona-Pandemie    und    persönliche    Entwicklungen  in  seinem  Lebensumfeld   erzwangen   eine   Umstellung  von  Lebensweise  und  Lebensstil,  führten  zu  mentalem  Umdenken,  an  dessen   Ende      das   Erfordernis   einer   Neujustierung   des   Lebens  und  damit  vor  allem  auch  der  beruflichen  Umorientierung stand.

Daher wird Konrad Rampelt voraussichtlich am 27. September diesen Jahres aus der Melanchthongemeinde verabschiedet. Gottesdienst um 15.00 Uhr mit anschließendem Empfang sind in der Hegelsberghalle geplant.      

KR 08

Mit Pfarrer Holger Uhde und dem Kirchenvorstand der   Melanchthongemeinde, mit Pröpstin Karin Held und Dekan Arno Allmann sind  die  beruflichen Entscheidungen vereinbart und neue   Perspektiven   abgestimmt worden.    So wird Konrad Rampelt weiterhin als Pfarrer und    Seelsorger im Dekanat tätig sein und je nach Bedarf unterschiedliche Gemeinden pastoral betreuen.  Aus dem Pfarrhaus in der Brucknerstraße     wird Pfarrer Rampelt ausziehen und zusammen mit seiner Frau Maria, die Rektorin der Griesheimer Schillerschule, ein Hau in Griesheim beziehen und damit den Griesheimern erhalten bleiben. In einem Schreiben unterstrich Konrad Rampelt die vielen „schönen Begegnungen und Erfahrungen“, die  er  in  27  Jahren  als  Pfarrer  in  Griesheim  gemacht  habe und verbinde seinen    Abschied mit großen Dank.  Seine Erinnerungen und sein „Nostalgiekonto“    werde gut gefüllt sein, „davon kann ich ein Leben lang zehren!“   

Am 10.  September 1986 war Pfarrer   Konrad   Rampelt   im   geschichtsträchtigen Hermannstadt im rumänischen Siebenbürgen am Fuß    der   Karpaten, das   2007   Kulturhauptstadt Europas war, zum geistlichen Amt  gesegnet.  Danach war er sechs Jahre lang Pfarrer in    den    Gemeinden von Kleinschenk und Mediasch in Siebenbürgen. Am 1. Februar 1993 übernahm Konrad Rampelt die Pfarrerstelle in der Melanchthongemeinde in   der   Brucknerstraße   18   in   Griesheim. Pfarrer Konrad Rampelt hat sich in all den Jahren als Geistlicher, Seelsorger und Familientherapeut       verstanden, der weit  über  die  eigentlichen Aufgaben eines Pfarrers als   Verkündiger des Wortes Gottes hinaus wirkte. Das war nicht immer einfach, für einen Typus Mensch,  der  wie  Konrad  Rampelt  mit  Ecken  und  Kanten   behaftet   ist,   Grundsätze  und  Meinungen  vertritt  und   eine   Streitkultur   pflegt,   die  mitunter  unbequem  sein  kann,   aber   einen   wichtigen   Bestandteil   des   evangelisch-protestantischen Kirchen-, Bildungs- und    Demokratieverständnisses ausmacht. Rampelt selbst sah sich selbst stets verbunden in der pastoralen Nachfolge von Dr.  Heinz Czaia (1912-1970), der als ehemaliger Pfarrer der Luthergemeinde zu Beginn der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts die Initiative für den Bau   der Melanchthonkirche und     des Melanchthon-Gemeindezentrums ergriff und dieses Vorhaben auch   umsetzte.  So wie die Entstehung der      Melanchthongemeinde  Czaias  Verdienst  war,  so  hat  Konrad  Rampelt  die  Idee  für  den  Bau  des  neuen,  modernen Glockturms  mit  Glockenspiel mit  Eifer und Willenskraft  in  die  Realität  umsetzen  können.  Viele Jahre organisierte Konrad Rampelt mit   seiner   Aktion      ,,Weihnachten      im      Schuhkarton“ Spendenaktionen für bedürftige  Kinder  in  Rumänien  und begleitete persönlich alljährlich den Lastwagen-Konvoi in die alte Heimat. Rampelt übernahm über viele Jahre   auch den Vorsitz des Heimatvereins   Arbegen, der sich für den Erhalt der Kirche seiner Kindheit in Siebenbürgen einsetzt.  Und schließlich überzeugte   Konrad   Rampelt   stets als Ökumeniker, der geprägt durch seine persönliche Entwicklung und sein bodenständiges Naturell   – den   Dialog   und   die   Zusammenarbeit zwischen christlichen Konfessionen förderte und    voranzubringen versuchte. „Gedanklich bin ich schon im Gehen, und doch spüre ich, was ich alles vermissen werde!“  schrieb Rampelt in einer Botschaft an seinen Freundeskreis. Keine Entscheidung fällt jemals zu hundert Prozent.   Abschiede werden begleitet von einem lachenden und einem weinenden Auge.      

                                                                                                                                                                       WOLFGANG    BASSENAUER          

 

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