Ev. Melanchthongemeinde Griesheim
- Herzlich Willkommen


 

Wir kennen viele Dinge, die uns im Glauben helfen, die gut für uns sind. Die uns unterstützen an Gott dran zu bleiben, Ihn nicht zu vergessen: Freizeiten, Jugendgruppe, Hauskreis und so weiter, das sind Momente in denen es uns oft leicht fällt an Gott zu glauben, mit IHM Zeit zu verbringen und IHN zu ehren. Und das hat dann meist auch zur Folge, dass wir Gott erleben. Dass uns SEINE Gegenwart irgendwie bewusster ist, als wenn wir zuhause, in der Schule, auf der Arbeit oder sonst wo sind.

 

So geht es uns zumindest den Leuten aus unserer Vorbereitungsgruppe für diesen Gottesdienst. Wir haben uns gefragt: Warum ist das so?

Nehmen wir das Beispiel Freizeiten – wie das JES. Der Vorteil solch einer Freizeit ist, dass wir ein Navi haben. Wir haben:  jeden Morgen Plenum mit Lobpreis und anschließend Kleingruppe,  wir beten gemeinsam, wir haben am Abend Gottesdienst  und wer möchte kann zwischendurch noch in einem Seminar oder beim Time to talk über Glaubensthemen ins Gespräch kommen. Das sind  jede Menge Angebote, die  gut vorbereitet sind und angeleitet werden, Teilnehmer bekommen ein Programm an die Hand. Und es gibt weniger Ablenkung, denn man muss sich nicht entscheiden ob man zum Gottesdienst geht oder einen Film ansieht oder Sport macht: Diese Wahlmöglichkeit gibt an den Freizeittagen nicht.  Und ich bin nicht alleine: Alle machen es ja. Ich muss mir nicht überlegen, ob ich mir morgens die Bibel in die Hand nehme und darin lese – alle gehen zum Plenum, alle sprechen in der Kleingruppe über ihre Fragen und Ideen, alle beten zu Beginn des Essens.

Das macht es uns leicht, Gott nicht aus dem Auge zu verlieren und weil es so konzentriert und so intensiv ist, erleben wir Gott auf einer Freizeit oder in einer Gruppe viel leichter. Solche Freizeiten tun gut und sind gut! Sie geben Impulse und zeigen eine Richtung. So wie es der Navi tut.

Aber manchmal haben wir solch ein modernes GPS gesteuertes Navi nicht. Es ist einfach nicht verfügbar. Oder der Ort, an dem wir unterwegs sind, fehlt auf der digitalen Landkarte bzw. Straßen wurden umgebaut.

Was dann?

Ich habe drei Angebote, wie ihr euren Weg ohne Navi finden könnt.

1. Nehmt eine Landkarte zur Hand

Aus Papier zum Auffalten, zum Nachsehen und Wege finden. Mag alt hergekommen sein, aber funktioniert ohne Strom, ohne Software, ohne GPS und Internet und daher eine echte Alternative – ja oft sogar verlässlicher (wenn sie nicht 50 Jahre alt ist). Aber sie ist natürlich nicht zu komfortabel. Ich muss sie selber lesen, muss mich mit den Zeichen auskennen und die Himmelrichtungen wissen.

Solch eine Landkarte ist für uns Christen die Bibel. Wenn ich nicht auf einer Freizeit bin, wo Referate, Predigten und Seminare gehalten werden; wo ich mich einfach hinsetzen kann und zuhöre, dann schlage ich selber die Bibel auf. Es gehört Übung dazu, weil nicht immer alles gleich so schön verständlich und vorbereitet ist. Ich muss selber meine Hirn anstrengen. Aber es lohnt sich! Die Bibel ist Gottes Wort und wenn ich darin lese, dann spricht Gott zu mir. Wenn ich mich darauf einlasse, dass Er mir etwas zu sagen hat, dann kann dies ganz wunderbar durch das Lesen in der Bibel geschehen.

2. Schaut aus dem Fenster

Rechts ran fahren, Motor ausstellen und mal schauen was Rechts und Links so ist, Schilder lesen, sich an Gebäuden oder dem Sonnenstand orientieren. Auch hier ist Mühe und das eigene Köpfchen gefragt.

Solch ein aus dem Fenster schauen ist für uns Christen das Beten. In dem ich ruhig werde, Pause mache und meinen Blick auf Gott richte. Ich schau mal weg von dem was alles um mich herum ist und schaue mal über meinen persönlichen Tellerrand hinaus. Ich wechsle meine Perspektive hin zu Gott, schaue mal aus dem Fenster. Dazu muss ich mich natürlich entscheiden, aus dem Trott des Alltags aus zu treten und vor Gott still zu werden. Aber wer dies macht, wer sich diese Zeit nimmt bzw. gönnt, der wird erfahren wie Gott im Gebet und Lobpreis ihm begegnet – ganz egal, ob man mit 150 Leuten, 10 Leuten oder ganz alleine betet bzw. im Lobpreis ist.

3. Fragt jemanden nach dem Weg

Man muss ja nicht immer alles alleine machen. Man darf doch auch Hilfe annehmen, Und wenn ein technisches Ding, wie das Navi nicht funktioniert, dann wäre es doch auch eine gute Idee mal jemanden zu fragen. Scheibe runter, freundlich grüßen und fragen wie der Weg zum Ziel ist.

Das nach dem Weg fragen, funktioniert bei uns Christen untereinander: Jemanden zum Vorbild haben, einen Mentor oder Seelsorger haben, eine Person der man vertraut und die schon mehr Erfahrung im Glauben hat als ich. Das können Menschen sein, die ich auf einer Freizeit als Mitarbeiter kennenlerne oder Menschen aus der Gemeinde. Sucht euch solche Menschen mit denen ihr euch austauschen könnt, denen ihr eure Schwierigkeiten an Gott dran zu bleiben nenne könnt und die euch Tipps und Ideen geben, die euch ermutigen, die auch für euch beten.

Ich denke es braucht von allem etwas: Mal das Navi – Freizeiten und Gruppen – mal die Landkarte - die Bibel – mal das aus dem Fenster schauen – das Beten – mal das Fragen – eine Vertrauensperson. Nur eines alleine funktioniert nicht, auf das Zusammenspiel kommt es an.

Ihr habt jetzt einige Ideen bekommen, aber das schwerste wird immer sein Dran zu bleiben. Gott nicht zu vergessen, nicht aus dem Auge zu verlieren. Das hat immer etwas mit Prioritätensetzten zu tun. Wie wichtig ist mir meine Beziehung zu Gott? Pflege ich sie? Nehme ich mit Zeit zum Bibellesen, Beten und die Gemeinschaft mit anderen Christen.

„Ich glaub ja an Gott, aber ich habe keine Zeit für Gott.“ Das höre ich oft! Das kennen viele Leute. Und Gott wird dann irgendwie in die Warteschleife gesetzt oder manchmal sogar ganz vergessen.

Ich habe euch zum Schluss dieser Andacht noch einen Bibelvers herausgesucht. Dieser steht sogar gleich zweimal in der Bibel, einmal im Alten und einmal im Neuen Testament – und er heißt:

Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen. (Mt 12, 20 und Jes. 42, 3)

Stellt euch ein geknicktes Rohr – also z.B. einen Weizenhalm – vor oder einen Kerzendocht, der nur noch wenig glimmt: Gott wird das Rohr nicht abbrechen und den Doch nicht auslöschen.

Auch wenn es mal nicht so gut läuft. Wenn fast alles vergessen wurde, alle Ratschläge und Ideen zur Seite gelegt wurden: Gott wird es nicht kaputt machen. Gott ist treu und er wird immer an dir dran bleiben. Du bist aufgefordert die Beziehung zu Gott zu pflegen, die Beziehung aufzunehmen. Einer Sache darfst du dir immer sicher sein: Gott wartet immer auf dich und ist für dich da.

Gott segne dich!

Deine Gemeindepädagogin Steffi Schafhirt