Ev. Melanchthongemeinde Griesheim
- Herzlich Willkommen


 

05.06.2016 2. Sonntag nach Trinitatis. Jesus Christus spricht: Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Mt. 11.28

Wir leben und wohnen in seinem Geist!  

Gnade sei mit euch und Frieden von dem, der da war, der da ist und der da sein wird!  

Wir hören Worte der Heiligen Schrift1. Epheser 2.17-22
Und er ist gekommen und hat im Evangelium Frieden verkündigt euch, die ihr fern wart, und Frieden denen, die nahe waren. Denn durch ihn haben wir alle beide in einem Geist den Zugang zum Vater.
So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau ineinander gefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn. Durch ihn werdet auch ihr mit erbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist.

Liebe Gemeinde,

die Früchte des Glaubens in einem Geist werden im heutigen Wort zum Sonntag  beschrieben: Trost wird in dem einen Heiligen Geist verheißen, Frieden wird in dem einen Heiligen Geist verheißen und Freude wird in dem einen Heiligen Geist verheißen.

Vom Himmel, von Gott empfangen wir seinen Heiligen Geist und dürfen ihm entgegenwachsen. Jetzt schon im hier und heute der Gemeinde und eben auch darüber hinaus.  

Letzte Woche besuchte ich einen Mann, der mir sagte: „meine Zeit ist gekommen“. Heute geht es mir besonders schlecht. Ich fühle mich gar nicht gut. Ich freue mich, dass sie da sind. Allein ist noch schwerer. Im Gespräch wurde die Stimmung besser und wir verabredeten uns zu einem neuen Gespräch.

Liebe Gemeinde,
wir alle die wir uns hier versammeln wissen um die ewige Hoffnung bei Gott am Ende unserer Tage. Wir glauben auch, dass wir uns dann vor Gott zu verantworten haben mit all dem was wir zu Lebzeiten getan haben, sei es gut oder sei es schlecht. Der Apostel Paulus schreibt, wir werden alle vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden. Dahinter steht die Vorstellung, dass wir am Tag der Tage, zum Jüngsten Gericht vor ihm erscheinen. Alle werden erscheinen und Rechenschaft ablegen.  Dadurch steht unser Tun und Lassen unter göttlicher Beobachtung. Gott beobachtet uns und wir haben Gott vor Augen. Wenn wir Gott vor Augen haben in unserem Tun und Lassen, wird dieses Gott gemäßer sein. Unser Gewissen wir anzeigen, Grün, Gelb oder Rot. Grün meint in unserem Tun und Lassen ist alles in Ordnung. Gelb meint Vorsicht, im Zweifel bei der Gelbampel im Gewissen lieber stehen bleiben und warten. Rot bei der Gewissensampel heißt, lass sein, Stopp im Tun und Lassen.
Auf der anderen Seite ist es schön zu glauben, am jüngsten Tag werde ich Gott sehen von Angesicht zu Angesicht. Der Tod hat nicht das letzte Wort. Am Tag der Tage, werden wir Gott schauen. Was wir jetzt glauben, werden wir dann schauen von Angesicht zu Angesicht. Wir werden dann wohnen im heiligen ewigen Tempel. In den Wohnungen Gottes. Jesus hat uns nahegelegt: In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre hätte ich nicht zu euch gesagt, ich gehe hin euch die Stätte zu bereiten und wenn ich wiederkomme, werdet ihr Sein wo ich bin. Dann werden wir hineingenommen in die ewige Göttliche Einheit: Gott Vater Sohn und Heiliger Geist.

Dieses ewige Licht, diese ewige Hoffnung scheint schon jetzt auf in unserem Leben.

Der Apostel schreibt: So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau ineinander gefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn. Durch ihn werdet auch ihr mit erbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist.

Liebe Gemeinde,
heute genau vor 31 Jahren habe ich als Vikar diese Worte des Apostels an das Schwarze Brett geschrieben vor der Kirche in Kronstadt auf dem Martins Berg. Als ich sie schrieb spürte ich: als Fremdling wurde ich berufen, Hausgenosse zu sein im Geist Gottes. Der Geist Gottes weht wo er will. An welchem Ort er will. Der Geist Gottes weht auch wo wir sind, wenn wir das glauben und zulassen. Wenn wir das glauben und zulassen werden wir spüren: ich wohne, lebe und wirke im göttlichen Geist. Das Band der Liebe umschlingt uns, die Barmherzigkeit seiner  Zuwendung wärmt und die Versöhnung in Christus eint uns. So werden wir auf dem Grundstein der Apostel erbaut zu einem Heiligen Tempel.

Vom Himmel aus werden wir hier unten auf der Erde aufgebaut in dem einen Heiligen Geist. Geliebt, geschätzt, getröstet, geborgen, geschützt, gesammelt werden wir im Geist Jesu Christi. Wir sind nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Glieder der  Göttlichen Himmlischen und Irdischen Familie.

Manchmal hat man den Eindruck, die göttliche, himmlische Familie wird immer kleiner. Vor 25 Jahren als ich als Pfarrer in Deutschland begonnen habe gehörten zur Katholischen und Evangelischen Kirche noch jeweils knapp 30% der Bevölkerung. 2016 sind es 25%. 5 % weniger in 25 Jahren. Ob dieser Trend weitergeht. Können wir etwas dagegen stellen?

Ja auf jeden Fall. Jedem können wir bezeugen dass wir: geliebt, geschätzt, getröstet, geborgen, geschützt, gesammelt sind im Heiligen Geist. Sein Geist seine Liebe sind ausgegossen in unsere Herzen. Das erwärmt, festigt, hält, trägt, und lässt uns nicht zuschanden werden. Das erfüllt unsere Herzen, dass wir die gute Nachricht vom Evangelium des Friedens allen weiter sagen wollen. Frieden ist nicht nur ein Wort. Frieden beinhaltet Liebe Freiheit und Hoffnung.

Liebe ist nicht nur ein Wort,
Liebe das sind Worte und Taten.
Als Zeichen der Liebe ist Jesus geboren
als Zeichen der Liebe für diese Welt.

Freiheit ist nicht nur ein Wort,
Freiheit das sind Worte und Taten.
Als Zeichen der Freiheit ist Jesus gestorben
als Zeichen der Freiheit für diese Welt.

Hoffnung ist nicht nur ein Wort,
Hoffnung das sind Worte und Taten
Als Zeichen der Hoffnung ist Jesus lebendig,
als Zeichen der Hoffnung für diese Welt.

Und wenn das bei uns nicht leere Worte sind sondern Lebenselixier, Lebensgrund und Lebenskraft, werden weiterhin Menschen Zugang zu Gott und zu uns bekommen. Wir dürfen nicht als Zuschauer da stehen, sondern wir sind Mitwirkende Gottes. Wir sind Mittragende Gottes. Wir sind an seiner Seite. So wie er an unserer Seite ist. Wir wurden vom Himmel hier auf Erden angesprochen, aus der Ewigkeit in der Zeit. Sein Geist baut uns auf Erden auf, liebt und tröstet uns. Unsere ewige Heimat ist im Himmel und unsere zeitliche Heimat ist hier unsere Gemeinde und unsere Stadt. Hier leben und wirken wir und jedes Kind kann das sehen und merken, dass wir Gottes Kinder sind.  

Der Gründerpfarrer von Melanchthon Pfarrer Dr. Czaja wurde gefragt: Wieso stehen die Glocken unter einem Baum, wieso wird nicht ein Turm gebaut?“ Er antwortete wir bauen den Turm von Himmel auf. Zuerst die Glocken. Erst 50 Jahre später kam der Turm, wo er lange nicht mehr lebte. Gewisse Ideen haben es in sich. Es ist nur eine Frage der Zeit, wenn sie durchschlagen und Gestalt annahmen. Die Kinder Gottes wissen und glauben was der Herr der Zeit und der Ewigkeit uns auferlegt hat. Wir dürfen uns glücklich schätzen, in seinem Reich zu wirken und in seinem Reich zu bauen.

Als ich meine Predigt schrieb und nachdachte über den Verlust in der Kirche, sandte mir Gott drei Engel, die mich trösteten. Eine Mama kam mit Zwillingen an die Tür, die sie zur Taufe anmeldete. Diese drei Engel, wo der Papa auf der Arbeit war, sind unsere neuen Nachbarn. Die Zwillinge wollen wir im Herbst taufen. Heue im Anschluss an den Gottesdienst haben wir auch Taufe von Zwillingen. Ich hatte noch nie so viel mit Zwillingen zu tun. Ich bin sehr froh darüber und ich bin etwas getröstet. Ich freue mich dass Kinder immer wieder zu Gott gebracht werden. So wollen wir allen Orten, zu allen Zeit zu ihm kommen, damit sein Geist in uns wohnt. AMEN

Und der Friede Gottes, der höher ist als unsere Vernunft, der bewahre unsere Herzen uns Sinne in Christus Jesus.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Pfarrer Rampelt