Ev. Melanchthongemeinde Griesheim
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02 .04. 2016 Karfreitag  2. KORINTHER 5,14b.19-21

Lasst euch versöhnen mit Gott

Gnade sei mit euch und Frieden!

So schreibt der Apostel Paulus:

Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. 18 Aber das alles von Gott, der uns mit sich selber versöhnt hat durch Christus und uns das Amt gegeben, das die Versöhnung predigt.
19 Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.
20 So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott! 21 Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.

Herr segne dieses Wort an unseren Herzen!

Liebe Gemeinde,
das tut Jesus für uns: Er richtet auf für uns das Amt der Versöhnung, damit wir versöhnt werden und die Versöhnung verkündigen! Das bedeutet, versöhnt leben mit Gott und vesöhnt leben mit den Menschen.

Jesus Christus liebt die Menschen.
ER geht deswegen den Weg des Leides und des Kreuzes für uns. Jesus der Christus ist die tiefe Solidarität mit dem Menschen in Leid, Kreuz und Schmerz.

Undendliche Liebe bewegt ihn diesen Weg zu gehen. Die entscheidende Frage ist, warum nimmt der Mensch diese Liebe nicht an? Warum weigert sich der Mensch diese Liebe anzunehmen und daraus zu leben?

Eigentlich hat der Mensch die göttliche Liebe missbraucht.
Er hat sie mit Füssen getreten und ihr den Rücken gekehrt. Wenn wir bedenken was für einen Missbrauch  der Liebe es gibt weltweit dann bekommen wir ein sehr schlechtes Gefühl.

Da werden Kinder missbraucht! Da wird Liebe missbraucht! Da gibt es unversöhnliche Nachbarn. Da gibt es Streit ohne Ende. Nur über Anwälte verkehren gewisse Menschen. Und dann die Fratze des Terrors. Der Terror zeigt seine Fratze neu in Europa. Das macht Angst. Das nimmt Gewissheit und Selbstverständlichkeit.

Der Mensch ist nicht im Frieden und dann wird Unfrieden gesät. Wie kann man Unfrieden säen und Frieden ernten wollen?

Da ist keiner der eine versöhnliche Hand ausstecken könnte. Zu viel ist passiert. Zu viele Scherben liegen schon am Boden! Zu viele Vorfälle gab es. Da ist nicht mehr zu machen. Und wo diese Gräben der Feinschaft tief genug sind, da lauert das Verbrechen.

Es gibt viele verbrecherische Taten, wo die Spirale der Gewalt kein Ende nimmt und zum Schluss ist der Tod, die verstockte und blinde Lösung dessen für den es keine Versöhnung und Vergebung mehr gibt.

Wenn wir gut nachdenken finden wir jeder von uns Beispiele für rohe und schlimme Gewalt, deren Spirale umfällt und das Ende ist schrecklich.

Liebe Gemeinde,
wir dürfen uns heute gerade am Karfreitag wundern, dass diese Spirale der Gewalt kein Ende nimmt.  Die Lieblosigkeit ist wie ein Bann in dem der Mensch steht; gefangen, eingekerkert und unendlich unfrei. Zwänge bestimmen sein Handeln.  Der Mensch ist getrieben von einer ihm feindlichen Macht.  Dieser Mensch ist nicht Herr seiner selbst.  Andere Herren, andere tiefe Schmerzen treiben ihn und regieren ihn.  

Vielleicht sollten wir uns fragen, wo ist unser Tun und Lassen nicht gewaltfrei? Wo klingen wir bedrohlich? Wo haben wir keine guten Absichten? Wo zeigen wir die unversöhnliche Schulter? Warum haben wir Gefallen an Worten die unseren Nächsten nicht  erhöhen sondern eher erniedrigen?
Vieles könnten wir uns selber fragen! Vieles könnten wir unseren Nächsten fragen.
Jesus Christus hat auf  all die Fragen des Unfriedens und der Gewalt eine sehr eindeutige Antwort gegeben. Der Apostel Paulus schildert sie sehr anschaulich im Wort der Versöhnung im zweiten Korintherbrief.

Gewalt, Lieblosigkeit, Rechthaberei, Dominanz  und Unfrieden sind  keine Lösungen. Wenn der Mensch nicht den ersten Schritt in die richtige Richtung machen kann oder will dann tut Gott das.  Gott macht den ersten Schritt, damit der Mensch befreit wir aus seiner Verstocktheit und frei wird für den ersten Schritt der Versöhnung und des Friedens zu tun.

Gott versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihr ihre Schandtaten nicht zu. Gott richtet in Jesus Christus auf das Amt der Versöhnung.

Zunächst heißt das, dass nicht alle Gewalttaten unter den Tisch gekehrt werden. Schlimme Verfehlungen müssen bestraft werden. Wo einer tötet, der muss verurteilt werden. Wenn wir mit den Konfirmanden über die 10 Gebote sprechen, dann ist das 5. Gebot: „Du sollst nicht töten“ das wichtigste. Der Mensch darf keinen Schaden am Leben des anderen anrichten. Physisch und psychisch. Keinen Schaden und keinen Schmerz darf der Mensch seinem Nächsten zufügen an Leib und Seele.  
Wer das tut lädt große Schuld auf sich. Schuld nimmt den Menschen gefangen und macht aggressiv oder depressiv. Das Herz ist dann gefangen in Dornen und fremder Gewalt. Aus diesen Dornen fremder Gewalt kann sich der Mensch nicht befreien.

Wenn die innerlichen Schmerzen groß genug sind, dann kann Reue eintreten. Angesichtes dessen was gut und schlecht ist. Im Lichte der 10 Gebote erkennen wir was gut und böse ist. Unser Gewissen ist auch eine innere Instanz, wie eine Ampel die Rot oder Grün anzeigt; vielleicht auch grenzwertige Bereiche wie gelb.  
Gott sei Dank, wem die Möglichkeit der Reue und Busse gegeben wird. Gott sei Dank wenn der Mensch umkehren kann. Der persönliche Weg geht dann  nicht mehr in die Sackgasse; sondern der reuige Mensch kehrt um.

Wie der verlorene Sohn, der sich in die Brust schlägt und sagt: Vater ich habe gesündigt gegen den Himmel und gegen dich. Ich bin hinfort nicht mehr wert dein Sohn zu sein. Er kehrt um und sein Vater, unser himmlischer Vater nimmt jeden reuigen Sünder in Gnaden und mit großer Barmherzigkeit auf.

Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.
20 So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott! Das tat Gott für uns.
Liebe Gemeinde, im Glauben an Jesus Christus sind wir Botschafter der Versöhnung. Das bedeutet wir alle dürfen Versöhnung nicht nur verkündigen sondern auch leben.
Da gilt es für mich zu unterscheiden: Große Straftaten müssen bestraft werden vom Gesetz. Das ist die Zuständigkeit vom Staat und Polizei. Für ein versöhnliches, liebevolles und barmherziges Miteinander sind wir zuständig. Wir dürfen den ersten versöhnlichen  Schritt tun, weil seine Liebe uns treibt(bewegt). Weil Jesus der Christus für uns so sehr gelitten hat. Was für ein schöneres Amt gibt es als das der Versöhnung; auch wenn es manchmal schmerzlich ist!? Und  der Friede Gottes bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. AMEN