Ev. Melanchthongemeinde Griesheim
- Herzlich Willkommen


 

8.04.07 Ostersonntag

Gott hat für alle ein großes Herz

Liebe Gemeinde,liebe Konfirmanden,
spätestens bei dem Vorstellungsgottesdienst haben wir gemerkt, anhand des Bildes das die Jungen gezeichnet haben: Gott hat ein großes Herz.

ER hat mehr Hände für die Behinderten, für die denen das Leben manchmal schlimm, unfreundlich und unbarmherzig zusetzt. So haben die Konfirmanden das göttliche Herz gemalt. Für die Gesunden und Starken hilft er nur mit einer Hand.

Vielleicht wird hier weniger Hilfe in Anspruch genommen. Doch Gott hat für alle ein großes Herz! In Jesus Christus hat er das den Menschen in besonderer Weise deutlich gemacht:Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle die an ihn glauben nicht verloren werden sondern das ewige Leben haben. Im Heiligen Abendmahl feiern wir die Gemeinschaft mit Gott und den Menschen. Weil wir Berührte Gottes sind, durch liebevolles, freundliches, aufbauendes aber auch mahnendes Wort.
Im Kreuz, da wo sich die göttlichen Wege mit den menschlichen Wegen kreuzen; in der Nahtstelle, in der Schnittstelle, da wo Himmel und Erde sich berühren; da wo Gott zu dem Menschen gesprochen hat! Da wo der Mensch Gott gehört hat! Da wo der Mensch Sagt; das war der Fingerzeig Gottes, da bekommen wir eine Ahnung von dem fremden Gott. Der fremde Gott kommt in Jesus Christus in unsere Nähe und möchte unser vertrauter Gott sein.

In Jesus Christus wird Gott für uns zum vertrauten Gott im Heiligen Geist. Im Heiligen Geist, ist er bei uns und unter uns! Heute und jeden Tag! So wollen wir ihn anbeten: im Geist und in der Wahrheit! Die Konfirmanden bestätigen heute am Tage ihrer Konfirmation: JA Gott ist uns vertraut! ER ist bei mir und ich glaube und hoffe: ER wird weiterhin bei mir sein. Wenn sie aufmerksam zugehört haben liebe Gemeinde, letzten Sonntag beim Vorstellungsgottesdienst betete eine Konfirmandin: Herr Gott behalte uns immer und ewig in deinem Glauben. Ewig wollen wir bei dir sein! Für mich sind das die schönsten Augenblicke in meinem kirchlichen Dienst!

Diese Gegenwart Gottes feiern und erleben wir im Heiligen Abendmahl. Die Konfirmanden werden hineingekommen in die Gemeinschaft der Gläubigen, die da waren, die da sind und die da kommen werden. Das nenne ich das apostolische Wir; alle Zeiten sind darin enthalten! Gestern, Heute und Morgen!
Gott vergibt und er schenkt neu Gemeinschaft mit ihm und den Menschen. Als versöhnte, als die mit Gott und der Welt ins Reine gekommene feiern wir Abendmahl. Friede sei mit dir! So ist das Heilige Abendmahl immer schon gefeiert worden! Die Menschen aller Zeiten saßen und sitzen, liegen oder stehen am Tisch des Herrn!

Ein Bild habe ich heute dafür mitgebracht!

DaVinci Abendmahlbild KonradsBuero small


Leonard Da Vinci - Das letzte Abendmahl 1496-1498 Zwei Jahre hat Da Vinci an diesem Bild gemahlt! 2 Jahre! Nicht zwei Monate!

Ihm war wichtig, die Menschen seiner Zeit auf dem Bild zu haben. Deswegen ging er durch Mailand und hat Gesichter gesucht für sein Abendmahlsbild! Das nenne ich authentisch! Dazu gibt es Geschichten: Alle waren gemalt! Leonardo fand keinen Judas! So ging er durch die Stadt!......fand keinen Judas…. So authentisch wie Da Vinci wollen wir sein? Auf seinem Bild, lässt er Jesus sagen: Einer wird mich verraten! Und alle Jünger fragen: Herr bin ich es! Da Vinci fragt uns: Herr bin ich es der dich verrät? Das ist Da Vincis Frage?

Nicht was Dan Brown beschreibt in seinem Buch SAKRILEG und im Abendmahl von Da Vinci sehen möchte: Eine Frau an Jesu Seite. ER sei wahrscheinlich verheiratet gewesen. Daraus folgert er eine Verwandschaftslinie! Die Phantasie von Dan Brown treibt wundervolle, phantastische Blüten. ER meint Da Vinci hätte Personen aus der Zeit JESU gemalt; genau das Gegenteil ist der Fall. Seine Zeit wollte er malen so wie das viele Künstler aller Zeiten dargestellt haben.

Dass so ein Buch und so ein Film Hochkonjunktur hat, bedeutet für mich auch, wie viele Menschen lassen ihre Phantasie gerne schweben; möchten sich gerne zerstreuen; möchten mal was anderes. Ich empfinde das als eine entfesselte und enthemmte Phantasie ohne Grenzen. Die Phantasie die sich verselbständigt. Verselbständigte Phantasie! Und alles ist ja nicht so schlimm. Es könnte ja sein! Es könnte ja auch nicht sein. Was mir heilig ist?? Ach damit sollte doch heute keiner mehr kommen. Das war einmal! Und so wird umgegangen mit dem Heiligen: es könnte ja sein! Könnte auch nicht sein. Andererseits! - Heilig ist mir; was mir um Gottes willen ans Herz gewachsen ist! Und dieses Bild von Da Vinci ist mir ans Herz gewachsen weil im Abendmahl die aktuellen; die authentischen Menschen gemalt sind! So hat das Da Vinci gemalt! Im Geist und in der Wahrheit sitzen die Jünger mit Jesu beisammen.

So saßen sie zur Zeit Jesus zusammen! Wobei zurzeit Jesu lagen sie zu Tisch; bei Da Vinci sitzen sie beim letzten Abendmahl zusammen! Und heute stehen wir, versammelt um den Altar beim Abendmahl um den Heiligen Tisch des Herrn.

Wir stehen andächtig, ruhig und erfüllt vom Geiste Jesu Christi im Chorraum, in einer Atmosphäre voller Heiligkeit und Andacht! Und deswegen haben Menschen Schwierigkeiten wenn beim Abendmahl zu laut und zu viel geschwätzt wird. Ihre Frage lautet: Ist denn denen nichts mehr heilig! Ja liebe Gemeinde, unsere Heiligkeit müssen wir neu entdecken. Gerade heute, wo so viele Geschichten erzählt werden. WO unsere jungen Konfirmanden so viel sehen und hören! Wo überhaupt so viel gesehen und gehört wird. - Wir brauchen nicht nur die Zerstreuung; wir brauchen nicht nur den Spaziergang der Phantasie, die enthemmte Phantasie, die sich dann verselbständigt; SAMMLUNG brauchen wir. Orte, Zeiten, Menschen, die Ruhe, Stille und Einkehr vermitteln.

Die Wege nach innen können genau so lang sein wie die Wege nach außen! Es ist Zeit das wir zu uns kommen! Wenn wir zu uns kommen; kommen wir auch zu ihm! Die Konfirmanden kennen es: Lass deinen Mund still sein! - Dann spricht dein Herz! Lass dein Herz still sein! - Dann spricht Gott! Wir brauchen Gott; unseren Herrn Jesus Christus; seinen Heiligen Geist; als Basis; als Fundament; als Grund auf dem wir stehen und gehen. Wir brauchen den Heiligen Gott; der uns unser Leben heiligt; die Menschen, und den Umgang miteinander. Um Gottes willen ist nicht alles beliebig! Von uns aus könnte es ja sein!

So ruft er uns! So sammelt er uns! So ermahnt er uns! Mit ihm und bei ihm ist unser Zusammensein anders. Kein geschwätziger Haufen; sondern Berührte des Himmels auf Erden; die Ehrfurcht haben vor Gott und den Menschen! Die Respekt haben vor den Heiligen Dingen ihres Nächsten. Gott hat ein großes Herz für uns alle. Für alle möchte ich betonen! ER hat uns viel Phantasie gegeben. Wunderschön! Doch daran sollen wir uns nicht verlieren und damit verselbständigen. Rücksicht; Respekt sollte ich vor meinem Nächsten immer auch haben! Seine heiligen Werte sollte ich nie entheiligen wollen!

Denn Gott ist ein Heiliger Gott; großherzig in Jesus Christus, der uns täglich neue Kraft schenkt! Das wünsche ich heute allen und im besondern unseren lieben Konfirmanden!

AMEN!

Ihr Pfarrer Konrad Rampelt