Ev. Melanchthongemeinde Griesheim
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14.04.13 Sonntag: Miserikordias Domini.

Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben. Johannes 10,11.27-28

Gnade sei mit euch und Frieden. Von dem der da war, der da ist und der da kommt.

Wir lesen die Worte der Heiligen Schrift:

Johannes 21,15-19 Petrus und Jesus
Als sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieber, als mich diese haben?

Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Lämmer!
Spricht er zum zweiten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe!
Spricht er zum dritten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb? Petrus wurde traurig, weil er zum dritten Mal zu ihm sagte: Hast du mich lieb? , und sprach zu ihm: Herr, du weißt alle Dinge, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe!
Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und gingst, wo du hinwolltest; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken und ein anderer wird dich gürten und führen, wo du nicht hinwillst.
Das sagte er aber, um anzuzeigen, mit welchem Tod er Gott preisen würde. Und als er das gesagt hatte, spricht er zu ihm: Folge mir nach!


Liebe Gemeinde,

die Beziehung zum guten Hirten –die Folgebeziehung zum Nächsten und die Nachfolge in der Spur unseres Herren Jesus Christus sollen zur Sprache kommen. Damit alle Gläubigen bitten: „Führe mich o Herr und leite, meinem Gang nach deinem Wort“.

Alle sollen von der ewigen Quelle, Wasser des Lebens bekommen und damit in der Zeit für die Ewigkeit leben.

Liebe Gemeinde,

am Sonntag des Guten Hirten ist es interessant festzustellen wie er mit der lateinische Bezeichnung heißt: Miserikordias Domini. Herr Gott erbarme dich.
Einerseits, der gute Hirte und andererseits der erbarmungswürdige Mensch oder Christ.

In unserem heutigen Predigtwort ist die Rede von der Beziehung des Petrus zu Jesus.

Dreimal fragt Jesus – Petrus den Sohn des Johannes: Hast du mich liebt? Ja Herr ich habe dich lieb antwortet dieser.

Nochmals fragt Jesus – Petrus, Sohn des Johannes: Hast du mich liebt? Ja Herr ich habe dich lieb.

Zum dritten Mal!

Danach antwortet Petrus traurig: Ja Herr ich habe dich lieb. Vielleicht meint er, „du traust mir auch gar, gar nichts zu.

Drei Liebeserklärungen braucht Jesus von Petrus. Petrus meint, mit einer hätte es doch gereicht. Jesus ist anderer Meinung. Dreimal soll Petrus antworten und seine Liebe zu Jesus bekennen.

Jesus hat das nicht nötig.

Petrus hat das nötig.

In der Beziehung zu Gott hat sein Sohn Jesus, der Christus alles für uns getan. Er ist den Weg des Leidens und Sterbens gegangen damit wir im Glauben in dieses Geschehen hineingenommen werden und fähig werden für die Nachfolge.

Gott hat mit tödlichem Ernst im Leid ja im Tod und dann in der Auferstehung sein Bekenntnis zu Jesus bekräftigt.

Wir müssen lernen ihm nachzusprechen: Ja Herr ich habe dich lieb. Einmal, Zweimal, dreimal.

Wir müssen lernen das Bekenntnis zu Gott nicht nur nachzusprechen, sondern mit dem Leben das Bekenntnis in der Nachfolge zu bekräftigen.

Petrus braucht das dreimal; lässt Jesus uns merken. Ich meine wir brauchen das mindestens dreimal wie Petrus: Herr ich habe dich lieb. Herr ich möchte dir wirklich folgen. Sprechen und folgen!

Petrus war zunächst traurig als er dreimal sein Bekenntnis bestätigen musste. Aber er hat sich dann an die Arbeit gemacht und ist Jesus wirklich gefolgt. Petrus ist Jesus auf dem Weg des Leides gefolgt in den Hof wo Jesus verspottet und gequält wurde. Dreimal verleugnet er, dass er Jesus kennt. Schließlich kräht der Hahn und Petrus weint bitterlich.

Der vollmundige Nachfolger leugnet, seinen Herrn im Leid zu kennen.

Im Leid ist es schwer den Herrn zu kennen und zu erkennen.

Diese Erfahrung macht Petrus und diese Erfahrung ist uns nicht so fremd.

Im leidvollen Versagen lernt Petrus dazu. Im leidvollen Versagen kann der Mensch des Glaubens dazulernen. Erst hier erdet sich der wahre Glaube. Erst hier bekommt der Glaube wie ein Baum des Lebens feste Wurzeln die ihn nicht mehr umfallen lassen im Ernstfall.

Die Beziehung zum guten Hirten wird hier gefestigt. Petrus macht immer festere Schritte in der Nachfolge. Und er wird auch für den letzten Schritt vorbereitet. Das kapitale Opfer – das Leben. Nachdem Jesus von Petrus weiß, dass er ihn wirklich liebt, dass er auch sein Leben geben würde, sagt er: „folge mir nach“. Hier kommt Petrus nicht mehr zu Wort. Wir wissen nur, dass Petrus, Jesus wirklich über den Tod hinaus gefolgt ist. Und ich glaube, dass sie zusammen am ewigen Tisch des Herrn im Reich der Himmel sitzen.

Liebe Gemeinde,

weide meine Schafe! Sagt Jesus. Das ist der Auftrag den Petrus in der Nachfolge seines Herrn bekommt. Weide meine Lämmer!

Wie sieht dieser göttliche Auftrag heute aus? Zunächst sind alle Christenmenschen gemeint, die vom guten Hirten betreut werden sollen im Sinne Jesu. Diese Menschen befinden sich in dem Verband der christlichen Kirchen zusammengefasst. Heutzutage erlebe ich die Gemeinde des Herren als Gemeinschaft von Menschen denen der Glaube vertraut ist. Eine Reihe Gemeindeglieder besuchen die Gottesdienste. Eine Reihe Menschen kommen zu gewissen Veranstaltungen. Eine Reihe Menschen beteiligen sich bei Taufen, Trauungen, Trauerfeiern, traditionell am christlichen Leben. Manche beteiligen sich nicht am geistlichen Leben, sind aber in der besonderen Veranstaltungen der Stadt oder der Vereine zu treffen.

Für mich als Pfarrer der Gemeinde ist es wichtig mit Gemeindegliedern und darüber hinaus mit den Menschen unserer Stadt zunächst mal in Verbindung zu sein. Im Laufe von vielen Jahren durfte ich Kontakte mit vielen Menschen knüpfen. Oft ergeben sich bei kirchlichen und städtischen Veranstaltungen Gelegenheiten, geistliche Gespräche zu führen. Dann gilt es die Rolle des guten Hirten wahrzunehmen, als ein geistlich Geprägter, der die Menschen versteht und begleitet in den Höhen und Tiefen ihres Innenlebens. Der Pfarrer weiß, als guter Hirte soll keiner allein gelassen werden in seinen Nöten und Ängsten. Mit geängstigten Menschen kann man gemeinsam Jesus Christus suchen und finden. So vertraut man sich gemeinsam Jesus dem ewigen guten Hirten an.

Er ist der Seelsorger der Seelsorger. Ihn brauchen wir alle als Tost und Hoffnung für unsere Seelen. ER ist der ewige Seelsorger von dem der irdische Seelsorger Kraft und Hoffnung schöpft für die Menschen, die ihm anvertraut sind. Weil seine menschlichen Kräfte nicht ausreichen.

„Weidet meine Lämmer“, das ist ein zu hoher und schwerer Auftrag auf der anderen Seite. Es sind zu wenige im geistlichen Dienst, hat man das Gefühl, die bei weitem nicht alle Menschen erreichen können, die da hungert und dürstet nach der Quelle des ewigen Lebens. Da ist der geistliche Diener auf Vergebung und Barmherzigkeit seines höchsten Auftragsgebers angewiesen. Ihm dürfen die Unzulänglichkeiten bekannt werden. Bei ihm gibt es viel Gnade und Barmherzigkeit. Natürlich sagt er keinem: „lege deine Hände in deinen Schoss.“

Dann gibt es die vielen Ehrenamtlichen, die vom Hohepriester aller Gläubigen, Jesus Christus selbst, beauftragt wurden „die Lämmer zu weiden“. Nach bestem Wissen und Gewissen sollte sie das tun.

Rücksprachen mit allen Beteiligten sind immer hilfreich.
Alle direkt und indirekt Berufenen sollten sich sammeln am Tisch des Herrn. Brot und Wein, das Heilige Abendmahl gibt es nur beim guten Hirten selber. So werden Menschen gerufen, berufen und weiden die „Lämmer“ hier in der Zeit, bis eine Herde und ein Hirte sein werden in Ewigkeit.

So sammelt Gott der Herr die geistlich Berührten, damit sie weiter mit dem Geist der Gnade andere berühren und die Gemeinde der Gerufenen und Berufenen wächst ; und zur Ehre des Herrn immer gedeiht.

AMEN

Der Friede Gottes der höher ist als unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. AMEN.


Mit herzlichen Grüßen
Ihr Pfarrer Konrad Rampelt