Ev. Melanchthongemeinde Griesheim
- Herzlich Willkommen


 

3. Advent

Gnade sei mit euch und Frieden von Gott unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus
AMEN!

Für den 3. Sonntag im Advent hören wir Worte der Heiligen Schrift Jes. 40! - Des HERRN tröstendes Wort für sein Volk.

Tröstet, tröstet mein Volk! spricht euer Gott. Redet mit Jerusalem freundlich und predigt ihr, dass ihre Knechtschaft ein Ende hat, dass ihre Schuld vergeben ist; denn sie hat doppelte Strafe empfangen von der and des HERRN für alle ihre Sünden. Es ruft eine Stimme: In der Wüste: bereitet dem HERRN den Weg, macht in der Steppe eine ebene Bahn unserm Gott! Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden, und was uneben ist, soll gerade, und was hügelig ist, soll eben werden; denn die Herrlichkeit des HERRN soll offenbart werden, und alles Fleisch miteinander wird es sehen; denn des HERRN Mund hat's geredet. Es spricht eine Stimme: Predige! und ich sprach: Was soll ich predigen? Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde.Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt; denn des HERRN Odem bläst darein. Ja, Gras ist das Volk! Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich.

 Liebe Gemeinde,

vor genau 40 Jahren wurde das Glockenspiel von einer großen Festgemeinde in der neu gegründeten Melanchthongemeinde eingeweiht. Beim Festgottesdienst an dem auch damals der Posaunenchor beteiligt war, in dem Meisterstücke auf der Orgel gespielt wurden von Bach und Buxtehude, gab es eine beachtenswerte Besonderheit. Nach dem Festgottesdienst zog die Gemeinde aus und versammelte sich um das Glockenspiel und sang mit dem Glockenspiel zwei Choräle: Nun komm, der Heiden Heiland und O Heiland reiß die Himmel auf!

Eine große Festgemeinde kann mit dem Glockenspiel alle geistlichen Lieder singen draußen unter dem Freien Himmel Gottes. Das finde ich eine starke Vision, wenn das Glockenspiel restauriert ist, dass die Gemeinde mit dem Glockenspiel zu den verschiedensten Anlässen ihre Lieder singen kann. Alle Ihre Lieder singen kann! O Heiland reiß die Himmel auf! - Weihnachtslieder, Adventslieder, Lieder im Sommer: Geh aus mein Herz und suche Freud! Danklieder, Lobpreislieder, Lieder in Freud und Leid!

Weil wir haben diese Lieder nötig! Gott kommt auch ohne sie aus. Aber wir nicht! Wir brauchen sein Lied, das Lied zur Ehre Gottes, wir brauchen sein Wort, seine frohe Botschaft in den Höhen und Tiefen des Lebens. Wir brauchen seine Verheißung!

So wie sie auch heute aufgezeichnet steht im Buche des Propheten Jesaja! Tröstet, tröstet mein Volk! Gott hat Worte des Trostes für uns! Für uns alle hat er Worte des Trostes; für die Einsamen, für die geknickten, für die traurigen, für die alleingelassenen für die, die neu beginnen müssen. Für alle hat er Worte des Trostes.

Das auserwählte Volk hat eine schwere Zeit hinter sich. Das babylonische Exil. Sie sind verschleppt worden. Manche sind dort geblieben. Manche sind zurückgekommen. Äußerlich und innerlich zerrissen sind sie. Wo können sie noch Heimalt finden? Manche richten sich im Exil ein. Andere kehren zurück und erleben das fremde Zuhause. Es gibt keine Geborgenheit, es gibt keine verständnisvolle Zuwendung. Jeder, alles, die fremde Zeit verlangt seinen Tribut. All das schmerzt die Seele. Keiner sorgt sich um die Seele. Wo bleibt die Seelsorge?

Gott greift ein als der Seelsorger der Seelsorger: Tröstet, Tröstet; spricht er: Zweimal. Aufs Erste verstehen sie es vielleicht noch nicht. Ihre Herzen schmerzen, ihre Seelen sind voller Sorge. Nochmals erklingt sein Wort. Tröstet. Tröstet! Zum zweiten Mal. Vielleicht wie ein Klang von 35 Glocken! Oder ganz leise wie ein einziges Zupfen einer Seite einer Gitarre. Kräftig, damit es die Herzen erhebt, oder einfühlsam dass jedes Herz sanft berührt wird. Wie unendlich verschieden ist der Trost, den jeder einzelne braucht. Bei ihm, dem Herrn der Zeit und der Ewigkeit ist für jeden Trost da. Er spricht treu, vergisst keinen, er spricht einmal und er spricht zweimal: tröstet, tröstet. Redet freundlich! Redet freundlich! Was für ein wunderschönes Wort! Was für ein wunderschöner Klang: Redet freundlich! Redet freundlich miteinander!

Wie viel schöner wäre unsere Gemeinde, wenn wir alle freundlich reden würden miteinander. Die Alten mit den Jungen, die Jungen mit den Alten, die verschiedenen Gruppen untereinander würden freundlich reden von den Abwesenden! In Ihrer Gegenwart sowieso! Freundlich soll ich reden auch wenn ich Unfreundliches erfahren habe. Alles zum Besten kehren! Was für ein Trost, was für eine Freude, was für ein Friede!

Freundlich reden! Damit könnten wir sogar dem Herrn den Weg bereiten; ER kommt gewaltig! Und wenn wir freundlich geredet haben kann es sein; dass keiner von seinem gewaltigen Kommen überfahren wird! Weil wir ja schon der Weg bereitet haben. Oh wäre das schön! Oder? Ist das nur ein frommer Wunsch? Warum sollte es nur ein frommer Wunsch sein? Vielmehr legt uns das Wort der Verheißung nahe: verkündigt, dass die Knechtschaft ein Ende hat! Was für eine Knechtschaft? Ja jeder ist gefragt welches ist seine Knechtschaft. Kennst du deine Knechtschaft? Oder bist du ein freier Mensch? Frei zu allem und an nichts gebunden. Nichts Verbindliches? Welches ist dein guter Bezug der dich auch Mensch sein lässt, dass du die Menschen verstehst und dass dich die Menschen verstehen? Kennst Du deine Einseitigkeiten? Siehe eure Knechtschaft hat ein Ende! Ist jemand in Christus, so ist er ein neuer Mensch. Vieles ist neu geworden.

Können die Nächsten merken was neu geworden ist? Oder ist es nur der Name: Christ! Was ist mehr als nur der Name? Merken es meine Kinder? Merken es meine Arbeitskollegen? Merkt man es beim Singen? Beim Sport? Wenn man es merkt ist es schön. Das Echo bleibt nicht aus. Und das Echo der Anerkennung stärkt uns und so schließt sich der Kreis im Namen des Herrn Jesus Christus!

Gott spricht uns in Jesus Christus die Vergebung zu! Nichts soll uns mehr belasten. Wo wir belastet haben, Wo wir belastet wurden; ER nimmt die Last von unseren Schultern, er stärkt unser Rückgrad dass wir als seine Kinder wieder aufrecht gehen. Und nicht nur aufrecht gehen sondern auch innerlich aufrecht sind. Menschen die innerlich, seelisch aufrecht und gerecht sind; die nicht die Macht und Kraft irgendeiner kleiner Gruppe oder Partei brauchen um zuzuschlagen. Aufrecht um Jesu Christi willen der uns neu aufgerichtet hat. Um seinetwillen können und dürfen wir aufrecht und gerecht sein. Wobei seine Gerechtigkeit auch viel Barmherzigkeit bedeutet.
So kommen wir der Stimme des Trösters näher. Des Trösters in der Wüste, in der Einöde. Vielleicht weil weit und breit kein Recht und keine Barmherzigkeit sind!? Ein Rufer auf verlorenem Posten? Doch der Tröster in der Wüste fällt nicht um. Er kommt auch nicht um. ER richtet seine Botschaft aus, seine Mission, seine Vision; weil der Herr ihm den Rücken gestärkt hat!

Bereit dem Herrn den Weg. Er, der Rufer in der Wüste, ist auserwählt als Wegbereiter. In der Wüste bereitet dem HERRN den Weg, macht in der Steppe eine ebene Bahn unserm Gott! Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden.

Keine Schwellen sollen überigbleiben. Haltet alles bei euch niederschwellig. Keine steilen unerreichbaren, verschrobenen Angebote in der Gemeinde des Herrn. Damit viele einziehen können durch das Tor voller Dank und wunderbar getröstet werden! Von guten Mächten wunderbar geborgen! Wunderbar getröstet, so wollen wir uns auf dem Weg zum Kind nach Bethlehem machen! Und der Friede Gottes welcher höher ist als unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus.
AMEN!

Ihr Pfr. Konrad Rampelt