Ev. Melanchthongemeinde Griesheim
- Herzlich Willkommen


 

Liebe Leser,
kleine und große Verluste haben wir im Leben zu verkraften. Manchmal haben wir etwas verloren. Einen Gegenstand der uns wichtig ist. Ein Handy zum Beispiel. Eine Beziehung kann verloren gehen aus verschiedenen Gründen. Diese Verluste stimmen uns traurig und machen uns zu schaffen.
Umso größer ist die Freude wenn wir das Verlorene wiederfinden. Ein Handy oder einen neuen Zugang zu einem Menschen.


Jesus Christus erzählt Gleichnisse vom Verlorenen. Vom verlorenen Schaf, vom verlorenen Groschen und das bekennte Gleichnis vom verlorenen Sohn. All diese Gleichnisse sind im neuen Testament in der Bibel bei Lukas 15 zu finden. Hier nun das Gleichnis vom verlorenen Schaf: „es nahten aber zu Jesus allerlei Zöllner und Sünder, dass sie ihn hörten. Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isst mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dies Gleichnis und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat und, so er eines verliert, der nicht lasse die neunundneunzig in der Wüste und hingehe nach dem verlorenen, bis dass er's finde? Und wenn er's gefunden hat, so legt er's auf seine Schulter mit Freuden. Und wenn er heimkommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, vor neunundneunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen.
Also sage ich euch, wird auch Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.“
Gott freut sich, wenn wir zu ihm zurückfinden. Im Leben kann es sein, dass wir ihn nicht nur aus den Augen verlieren, sondern auch aus dem Sinn. Dieser besondere Bezug der ewigen Hoffnung, der ewigen Liebe, der ewigen Barmherzigkeit wird irritiert durch Ereignisse der Hoffnungslosigkeit, der Lieblosigkeit und der Unbarmherzigkeit. Und wenn das noch Menschen sind, die an Gott meinen zu glauben, wird all das noch schwieriger.
Den gleichen Gott mit Lieblosen, Hoffnungslosen und Unbarmherzigen möchte man unter Umständen gar nicht teilen. „Es ist alles so ungerecht.“ Könnte eine Erkenntnis sein. Wo bleibt Gott der diese Ungerechtigkeit in ihre Schranken weist? Er meldet sich gar nicht! Wie ein alter Freund, den es scheinbar nicht mehr gibt.
Nun in unserem Gleichnis vom verlorenen Schaf kommt ein Wesenszug Gottes zum Ausdruck. Gott geht dem Verlorenen nach. Er sucht das Verlorene. Er findet das Verlorene und bringt es wieder in die Mitte seiner Gemeinschaft seiner Vertrauten. Die 99 Vertrauten lässt er stehen und geht dem Verlorenen nach. Ob wir ihm das glauben sollen?
Jeder trifft seine Entscheidung. Wir kennen uns besser oder weniger gut. Wir kennen unsere Widersprüche unsere Diskontinuitäten, unser Verstummen, unsere Ratlosigkeit. Natürlich wissen wir um unsere Stärken, der Liebe, der Hoffnung und der Barmherzigkeit.
Es kann sein, dass unsere Quellen der Zuwendung, der Liebe und der Barmherzigkeit geschwächt sind. Denn unsere Quellen sind zeitlich. Die göttliche Quelle ist ewig. Aus dieser Quelle dürfen wir schöpfen auch wenn wir sie nicht gespeist haben.
Wenn es wieder Zeit ist, können und dürfen wir aus dieser ewigen Quelle schöpfen. Zu unseren zeitlichen Quellen gehört natürlich der Urlaub.
Ich bete, dass viele wieder zu Gott finden, oder sich von ihm finden lassen. Aus seiner ewigen Quelle des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung schöpfen. Dadurch wieder erfrischt werden in ihrem Glauben, in ihrer Hoffnung und in ihrer Liebe.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr Konrad Rampelt, Pfarrer

 

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